Geschrieben am 8. Mai 2011 um 20:58

Ja, es stimmt, das mit dem ‘inneren Kampf. Die Auseinadersetzung zu der Bin Laden – Tötung ist einer. Ich frage aber trotzdem nochmals: Darf man töten? Und: Darf man das Töten gut finden? Nein. Ausnahme Bin Laden, ja?  Wenn ich meine inneren Kämpfe ansehe, muß ich sagen, dass meine Zweifel bestehen bleiben. Ich gestehe, dass ich immer wieder in mir selbst zerrissen bin. Es gibt viele Themen, die mich immer wieder in Unklarheiten stoßen, mit denen ich mich intensiv auseinandersetzen muss. Sie ziehen mich in einen inneren Kampf. Bei den meisten dieser Themen reicht es aus, mein inneres Hin- und Hergerissen sein wahrzunehmen. Genau dieses Wahrnehmen halte ich aber für so bedeutend. Es steht für die Anerkennung dessen, was in mir drinnen stattfindet. Eine innere Auseinandersetzung zuzulassen und zu beobachten trägt zu meinem eigenen Wachstum bei. Wenn das auch in der Korrespondenz mit der Aussenwelt geschieht, so trägt es zum Wachstum der Qualität des Zusammenlebens mit anderen Menschen und dieser Welt bei. Um dieses Zusammenleben komme ich nicht herum. Auch nicht, wenn ich mich als Einsiedler in irgendeinen Winkel des Himalaya zurückziehen würde. Ich habe ein Buch zum Thema „Gewinnen ohne zu Kämpfen“ geschrieben. Darin versuche ich, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir leben können, ohne zu kämpfen. Meine Idee hat mit der Wiederentdeckung der Werte zu tun und ihrer praktischen, undogmatischen Auslegung durch jeden Einzelnen in seinem Leben. Doch so, wie diese Welt ist, gibt es noch viele Kämpfe. Ich mag keine Kämpfe. Grundsätzlich nicht. Andere sagen, sie brauchen Kämpfe wie eine Droge. Gestern sagte mir ein Bekannter, er sei ein derartig kompetitiv veranlagter Mensch, er müsse einfach kämpfen. Also es gibt sie und es gibt das, was die Kämpfe erzeugen. Zum Beispiel Gewinner und Verlierer. Man kämpft nur, um zu gewinnen. Und wo Gewinner entstehen, werden Verlierer produziert. Bei allen Kämpfen, die bis zum bitteren Ende ausgefochten werden, gibt es  Verlierer.  Mit ihnen werden wir weiter zu tun haben. Bei einem inneren Kampf ist das anders. In mir drinnen gibt es nur dann Verlierer, wenn ich mich mir selbst nicht stelle. Der Verlierer bin dann immer nur ich selbst. Wir müssen den Kampf von draussen wegholen und nach innen verlagern.

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“The Biographer” – feature film

“The Biographer” – feature film
Feature Film, in dessen Zentrum der Widerspruch zwische Image und Wirklichkeit im Leben von Prinzessin Diana steht. Regie Phillip Saville, mit Faye Dunaway, Paul Mc Gann, Hugh Bonneville. Produzent Christian Seidel - (Feature film about the contradiction between image and reality in the life of Princess Diana. Directed by Philip Saville, starring Paul Mc Gann, Hugh Bonneville and Faye Dunaway. Produced by Christian Seidel)